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Hintergrund

Kommunikation in einem IT-Projekt

Sandra Aengenheyster - Kommunikationsexpertin - erklärt, welche Probleme es in der Kommunikation zwischen IT und anderen Bereichen gibt.

Kommunikation in einem IT-Projekt

Dienstag, 20. Juni 2023

Sandra Aengenheyster, eine erfahrene „Übersetzerin“ zwischen IT und anderen Unternehmensfachbereichen erzählt über IT-Projekte aus einer „anderen“ Perspektive – nämlich der Kommunikation zwischen verschiedenen Rollen in Projekten und Organisationen. Hier steht nicht die Technologie im Vordergrund, sondern wie Kommunikation zu und mit den unterschiedlichen Stakeholder stattfindet und verbessert werden kann. Sandra gibt praktische Tipps, die Sie in Ihren über 20 Jahren Berufserfahrung gesammelt und praktiziert hat. Wir könnten - leider - nur kurz miteinander reden, es gibt viele weitere Tipps findet Ihr auch im „Praxishandbuch IT-Kommunikation“, das Sandra Anfang 2019 mit herausgegeben hat.

Transkript

Ashley Steel: Willkommen zur nächsten Ausgabe der Taktsoft Campus Podcast. Mein Name ist Ashley Steele und heute habe ich Sandra Aengenheyater bei mir. Hallo, Sandra, das ist sehr schön, dass du bei uns bist. Heute Abend. 
Sandra Aengenheyster : Hallo, Ashley. 
Ashley Steel: Hi. Wie geht es dir heute? Alles soweit gut. 
Sandra Aengenheyster : Ja. Ich habe einen schönen, arbeitsreichen Tag hinter mir, sehr viel telefoniert und freue mich schon den ganzen Tag auf den Podcast. 
Ashley Steel: Ja, das ist noch schön zu hören. Ich schaue gerade auf deine Website, wo da steht Kommunikatorin,IT- Versteherin und Umsetzerin. Und ich denke, wir werden genau zu diesem Punkt zurückkommen im Laufe unseres Gespräches. Aber vielleicht magst du zum Anfang ein bisschen über deinen Werdegang so quasi was du in der Vergangenheit gemacht hast und was du momentan machst. Ein bisschen was erzählen von dir und und deine berufliche Werdegang, das ist ja ganz nett. 
Sandra Aengenheyster : Ja, okay, kein Problem. Dann fange ich vielleicht mit dem Kuriosesten an? Die meisten werden es sowieso rausfinden. Ich habe mal in meinem Leben Theologie studiert, evangelische Theologie und wollte Pastorin werden. Das habe ich dann nicht getan und habe dann meine Berufstätigkeit eigentlich von Anfang an, also seit Ende der 90er Jahre, in der IT gefunden. Ich habe mich da zwar als Spezialistin versucht, aber als Theologin wird man da nicht wirklich ernst genommen. Da muss man sich seinen steinigen Weg schon bahnen. Ja, und ich bin aber der IT eigentlich treu geblieben. Ich Mag das gerne. Ich bin sozusagen zu Internetseiten eingestiegen und ich mache das gerne mit, mit den Menschen zusammenzuarbeiten. Das Thema finde ich spannend und es ist ja auch eine rasante Entwicklung. Ich finde das sehr spannend, auch zu sehen, wie sich die technologischen Möglichkeiten entwickeln. Und da möchte ich auf jeden Fall auch dabei sein und meinen Teil dazu beitragen. Genau. Und weil ich wie gesagt, da ja eigentlich eine echte Quereinsteigerin bin. Also ob man das nach 20 Jahren noch sagen kann, weiß ich nicht. Aber aber ich bin eigentlich immer in so einer Übersetzungs Funktion gelandet. Deswegen sage ich da auch IT-Versteherin. Ich bin eigentlich immer in so Übersetzungs Funktionen gelandet, also beispielsweise für Customer Services in IT Projekten oder auch bei Rollout Projekten, großen Rollout und Transformations Projekten, wo eigentlich es notwendig ist zwischen der IT oder den IT Projekten und den Themen zu übersetzen. Zu Fachbereichen, die mit IT nicht so viel zu tun haben für gewöhnlich. 
Ashley Steel: Und das heißt, es geht so in der erste in dem Fall, es geht nicht eigentlich um die Sprache, die man nutzt, um zu sprechen, sondern den Inhalt, wie man sich ausdrückt, dass man sich verstehen kann, dass ein Produktmanager seine Sprache benutzt oder einen Entwickler seine Sprache benutzen. Das genau. Ich sage mal so, dieser Empfänger sende Problem nicht entsteht. Da habe ich das dann so richtig verstanden. 
Sandra Aengenheyster : Genau. Ja, das ist richtig. Also in den meisten Projekten wird das natürlich über so ein klassisches Projektmanagement, da gibt es Kommunikationsstrukturen, häufig sind die aber das muss man der Ehrlichkeit halber sagen, mehr so auf Reporting Ebene. Und das ist aus meiner Sicht einfach nicht ausreichend. Also eine Kommunikation ist eben etwas Ganzheitlicheres. Das heißt, die Botschaften, die man sendet, müssen herausgearbeitet werden. Also ich habe jetzt zuletzt beispielsweise bei einem Rollout von SAP Avira mitgearbeitet und wenn man da eine Multiplikatoren Community ins Leben ruft, dann müssen die ja auch verstehen, warum tue ich das? Wie erkläre ich aber auch meinen Nutzern, was sie davon haben, warum die jetzt eine Schulung besuchen sollen, was der Mehrwert ist? Und so weiter. Das ist genauso Teil von der Kommunikation, wie ein Handbuch zu schreiben oder ein Wiki vorzubereiten, in dem die Handhabung der Werkzeuge auch Schritt für Schritt erklärt wird. Diese Dinge müssen sehr gut zusammenpassen. Dann eigentlich ergibt sich der größte Mehrwert aus meiner Sicht. Und das ist das, was ich tue. Das mache ich auch sehr gerne, weil es einfach viel. Ja, man bekommt einfach auch mit, wie Technologie zum Beispiel wahrgenommen wird. Und es ist immer eine spannende Sache, auch zu sehen, wie kann man denn die Werkzeuge, die in so einem Unternehmen sind, nutzen? Also haben die ein Intranet? Ja oder nein? Was ist die Kommunikation zum Beispiel mit Kunden? Also wenn ein IT ausgerollt wird oder ein Projekt eine Software ausgerollt wird, dann hat die möglicherweise auch eine Außenwirkung, also dass sich Kunden irgendwo registrieren müssen oder Dienstleister. Also das ist eine sehr spannende Sache und das ist relativ selten, dass das so übergreifend betrachtet wird. Also von meiner Sorte kenne ich nur ganz wenige, aber es ist ja, es macht mir sehr, sehr viel Spaß. Das ist eine interessante, spannende Aufgabe. 
Ashley Steel: Ja, ich denke, dass das das Projekt an so scheitern kann und nicht, dass die Leute einen schlechten Programmierer oder Entwickler oder Designer sind. Aber auch genau, wenn diese Kommunikation nicht so richtig stattfindet. Wir hatten in unserem Vorgespräch auch über das Thema Werkzeuge gesprochen. Du hattest ein schönes Beispiel gebracht von dem Handwerker. Der kommt dann natürlich nicht nur mit einem Schraubenzieher, sondern mit mehrere Schraubenzieher und Zangen. Und so weiter. Welche Art von Sachen gibt es quasi in den Werkzeugen, Kasten oder Frameworks, wie man das nennen will, die du, ich sage mal so in deinen täglichen Arbeit dann benutzt oder oder empfiehlst. 
Sandra Aengenheyster : Also das ist, das ist sehr, sehr stark abhängig finde ich von dem Projekt und auch von dem der Kultur oder den Werkzeugen, die schon benutzt werden. Also normalerweise wird in agilen Projekten anders kommuniziert als in nicht agilen oder in sehr großen Organisationen gibt es viel mehr Notwendigkeit, Menschen abzuholen. Da gibt es zum Beispiel auch sehr viel Anteil internationale Kommunikation, wo man mit Missverständnissen auch umgehen muss, beispielsweise in so einem internationalen Rollout, da sollte man dann ein bisschen aufpassen, welche Bilder man verwendet, also welche sprachlichen Bilder man verwendet, aber auch welche Abbildungen tatsächlich. Also so einen echten Werkzeugkoffer gibt es da, glaube ich, nicht. Es ist hauptsächlich wichtig auch zu wissen, welche Werkzeuge angewendet werden können. Ob das jetzt nun eine Prozess Abbildung ist, also ob man jetzt einen Prozess, einen Kommunikations Fluss wie ein Prozess abbildet oder ich habe jetzt gerade das ist eigentlich ganz lustig, ich habe gerade heute einen Artikel, einen Blogartikel online gebracht, da habe ich ein Unternehmen interviewt, also zwei Menschen aus einem Interview Unternehmen interviewt, die machen Domain Storytelling. Das ist auch ein Werkzeug eigentlich, um Anforderungen von Kunden aufzunehmen. Da wird von der Seite erzählt, was die eigentlich tun, damit die Programmierung entsprechend sein kann. Oder andersrum die Software Ingenieure Software Developer. Die fragen ihre Kunden Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Also was ist eigentlich deine Vorstellung davon, wie ich mit meiner Arbeit, die einen Mehrwert liefern kann und das ist, das sind einfache Geschichten, die werden in Bildern aufgeschrieben und aufgemalt. Das ist natürlich auch so ein Werkzeug, das man verwenden kann. 
Ashley Steel: Ich denke genau dieses Thema, dass der andere Seite verstehst, was der andere haben will. Und das warum denn nicht? Du bist den Entwickler, deswegen musst du musst du entwickeln, sondern das erzählt wird warum. Was ist der Mehrwert? Warum brauche ich das? Sind genau vielleicht auch umgekehrt so ich sage mal so von der Entwicklung Seite aus, warum bestimmte Sachen so gemacht werden mussten oder oder oder nicht. Das ist ja, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Du hast da nicht, ich sage mal so zwei Schlüsselwörter in dem letzten Satz gesagt, da würde ich mal gerne ein bisschen tiefer reingehen. Das Thema Bilder als Hilfsmittel, ja, wo, wenn ich dich richtig verstanden habe, wirklich Leute zusammenzubringen, das das, das alle Leute an einem Whiteboard oder Flipchart schauen und genau das gleiche mal anschauen ist, habe ich das dann so richtig verstanden, wie du das so erzählt hast? 
Sandra Aengenheyster : Ja, also Bilder, das ist ja ein weites Feld. Man kann also beispielsweise in so Informationssicherheit, Kampagnen oder auch bei Roll outs, da werden gerne mehrere Bilder verwendet, also einmal Abbildungen, wirkliche, aber auch sprachliche Bilder, also Redensarten zum Beispiel. Und da muss man sehr genau hingucken und man sollte auch einfach mal seine Community, also die Menschen, die angesprochen werden, fragen, ob sie das verstehen. Also das ist ja schön, wenn man bei einer Bierlaune vielleicht mal eine super Idee hatte für ein tolles Maskottchen oder für eine witzige Spruch. Also gerne übrigens aus Filmen zitiert, aber das Zielpublikum hat keine Ahnung, was man damit meint. Da macht es schon Sinn, die auch mal zu fragen. Oder Ich hatte dir ja diese Geschichte erzählt, mit dem Huhn zum Beispiel. 
Ashley Steel: Also das ist eine super Geschichte. Die musst du auf jeden Fall erzählen. Ja, ja, das ist wirklich klasse. 
Sandra Aengenheyster : Das war für mich wirklich so ein Aha Erlebnis, weil ich hatte vor einigen Jahren Kontakt zu einem jungen Mann, der recht frisch in Deutschland angekommen war und der lernte gerade Deutsch lesen und schreiben und der kam aus einem sehr anderen Kulturkreis. Und dann haben wir Sprachen, also habe ich zusammen Deutsch gelernt und einmal waren wir zu Besuch bei Kindern und die hatten so sprach Kärtchen, die haben auch gerade lesen und schreiben gelernt und das waren so Kärtchen. Ich weiß gar nicht, ob es da einen Fachbegriff gibt. Da ist auf der einen Seite ist das Bild und auf der anderen Seite steht das deutsche Wort geschrieben. Und dann streckte er mir so ein Kärtchen entgegen und sagte: "Sandra, was ist das Huhn?" Und ich sagte: " it´s a Chicken". Und da sagte der: "neeein. Das ist geil. Das ist. This is not a Chicken. Das ist kein Huhn. Du willst mich doch veralbern." Das hat er natürlich so nicht gesagt. Aber das war so der Unterton. Und wir haben zehn Minuten herum gerätselt, was eigentlich das Problem oder was eigentlich das Thema ist. Und irgendwann habe ich ihn gefragt: "how does your chicken look like?" . Also wie sieht denn dein Huhn aus? Und da sagte er:" Dieses Huhn hier ist groß und weiß und fett. Und mein Huhn ist ein kleines, mageres Tier und es ist auf jeden Fall schwarz oder braun." Ich habe ein bisschen gestutzt, wir haben auch zusammen gelacht, aber es ist eigentlich genau das beste Beispiel für die Art von also wie Kommunikation funktioniert. Man muss an irgendeinen gemeinsamen Erfahrungshorizont anknüpfen. Wenn er das Tier nicht kennt oder es so anders aussieht als das Tier, das gleiche Tier, das ich kenne, dann kann man einfach nicht miteinander reden. Also man kann einfach. Man muss einem irgendwo einen gemeinsamen Nenner finden, man muss irgendwo einen Erfahrungshorizont haben, auf dem man aufbauen kann. Also wenn wir wenigstens sagen, okay, einigen wir uns drauf. Es gibt Hühner, die sind unterschiedlich, dann ist das schon deutlich einen Schritt weiter, als unsere Diskussion am Anfang da war. 
Ashley Steel: Man muss es dann nicht für selbstverständlich nehmen, dass jeder die gleiche Interpretation oder oder Bild von etwas hat. Ich nutze immer dem Beispiel und den sprachlichen Beispiel, wenn ein Engländer und eine Deutsche über das Thema Eagle nachdenken. Der Engländer da denkt an einen Hedge Hawk und der Deutsche denkt an ein Hedgehawk, ein Igel und an der Engländer denkt natürlich ein Adler, ein Eagle. Ja, genau. Aber genau wie du sagt es dann die System Thema Herkunft. Kultur beeinflusst die Bilder, beeinflusst die Kommunikation. Und ich denke, um das mal zu übersetzen in das, was du vorhin gesagt hast mit diesem Thema Werkzeugkasten, was man, was man hat oder bauen kann, genau die Systeme zu sagen, okay, lasst uns wirklich definieren, was wir meinen. Ein Beispiel vom letztes Mal, wenn wir Requirements oder Anforderungen sagen, was meinen wir denn genau damit? Genau, um diese Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. 
Sandra Aengenheyster : Das kann man natürlich auf verschiedene Arten und Weisen lösen. Da ist vielleicht auch ein bisschen Kreativität gefragt. Also man kann sich sicher auch einfach ein Glossar zulegen. Es ist aber auch so, dass man und das ist der der Teil, wo ich eigentlich meine Expertise auch sehe oder was mir besonders viel Spaß macht. Man kann diesen gemeinsamen Erfahrungshorizont, wie ich das immer nenne, auch aufbauen. Das ist ja kein Schicksal, dem man sich ergeben muss. Man kann ja, man muss ja nicht auf diesem Standpunkt stehen bleiben zu sagen, die verstehen einfach nicht, was ich meine, und ich verstehe nicht, was die meint. Also das ist eine sehr häufige Situation, dass ich auch von Fachbereichen gefragt werde Kannst du mal kurz in dieses Meeting kommen oder kannst du mal dazu kommen? Die verstehen einfach nicht, was ich von ihnen will und die ist dann in dem Fall die IT. Wenn man das dauerhaft verbessern möchte, dann muss man eben miteinander reden. Also das heißt, es muss auf beiden Seiten ein bisschen Wissen aufgebaut werden. Also man muss wissen, was die Einzelnen vielleicht nicht im Detail, was die Fachbegriffe bedeuten, aber man muss sich zum Beispiel auch mal über Regeln austauschen. Also warum sagt denn die IT immer Nein, wenn ich dieses und jenes will? Nun ja, die haben sich gewisse Regeln gegeben. Entweder ich höre immer ein Nein oder man setzt sich mal zusammen und erklärt, warum es diese Regeln gibt, also eine bestimmte Architektur zu verfolgen oder eine bestimmte Art von Software nicht einzusetzen oder solche Dinge. Das kann man etablieren, diesen dieses Wissen und das ist eigentlich der spannende Teil. 
Ashley Steel: Und das ist genau diese Umsetzung. Wie du sagst. Und vielleicht auch die, die Moderationrolle, um dann wirklich diese diese umsetzen von den verschiedenen Sprachen oder oder oder Ideen, die um so die Brücke dazwischen zu bauen. 
Sandra Aengenheyster : Genau so ist es. 
Ashley Steel: Ich sprach Sprache auch. Du hast es auch vorhin gesagt. Internationale Projekte, wo ich sag mal so, normalerweise dann die Sprache des Projektes ist, die ist die englische Sprache. Aber natürlich ist das nicht die Muttersprache für viele Leute, so von ob die dann aus Indien kommen oder aus dem Osten oder wo auch immer. Siehst du dann auch da Herausforderung? Einfach um? Um? Um? Um auch vielleicht mal die kulturelle oder die, die eher die sprachliche Barriere nenne ich mal so in Anführungsstrichen. Siehst du da Probleme und auch Lösungsansätze für so was? 
Sandra Aengenheyster : Ja, ich denke, da gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten, jetzt insbesondere in so Zeiten, wo man sich sowieso nicht sieht, auch wenn man ein Büro teilt zum Beispiel wird das vielleicht noch mal deutlich, also ich. Ich merke, dass man viel mehr Zeit braucht, um jemanden kennenzulernen, den man nicht sehen kann. Zum Beispiel. Das heißt, wenn man die Gelegenheit hat. Früher war das dann gang und gäbe, dass man sich mal zu größeren Treffen zusammengefunden hat. Und machen wir uns nichts vor Die eigentlich das eigentliche Kennenlernen hat außerhalb dieser Meetings stattgefunden. Man steht zusammen irgendwie am Coffee Point oder man macht zusammen eine Mittagspause oder sonst irgendwas. Da lernt man ja auch viel über das informelle Mit miteinander umgehen. Und das ist eben nicht nur, aber auch eine sprachliche Komponente. Viele Menschen kennen das Thema auch aus einfachem Projektmanagement. Also dafür muss man nicht speziell IT betrachten. Aber in jedem Projekt, das international ist, stellt man fest, dass wenn die Deutschen fragen Seid ihr fertig? Dann ist die Antwort ja nicht immer ja. Also die Antwort von den Nichtdeutschen Ja, das ist so, da gibt es ja wirklich lustige Vorurteile, die sich aber doch häufig bestätigen. Ein Ja oder ein Nein zu einer Deadline zum Beispiel ist nicht immer ein Ja oder Nein, wie ich das verstehe. Und das heißt. 
Ashley Steel: Dass ich denke, da ist es immer wichtig, wirklich zu fragen, um zu verstehen, was bedeutet dieses Ja oder dieses Nein, was ist dann eigentlich damit gemeint? Ja, ja und ich denke, wenn, wenn die Leute dann auch ist, umso einverstanden sind, dass diese Art von Fragen kommen. Das ist keine böse Frage. So was, was? Du bist nicht fertig, sondern nur zu verstehen. Was hast du wirklich gemeint mit deiner Aussage? 
Sandra Aengenheyster : Genau. Und es geht ja auch am Ende nicht nur darum, sprachlich klar zu machen Du hast aber ja gesagt, dann glaube ich, dass du auch fertig bist. Sondern auch das ist ja im Prinzip in jedem Projektmanagement so noch mal deutlich zu machen, dass es darum geht, ein gemeinsames Ziel zu erreichen, bedeutet eben auch, dass man unter Umständen nicht nur mit Ja und Nein Fragen arbeitet, sondern noch mal gemeinsam die Dinge betrachtet und so etwas sagt wie Was sind denn jetzt die nächsten Schritte? Also das macht man ja in normalen Projekten auch, insbesondere aber, wenn man zum Beispiel ein IT Rollout Projekt hat und darauf angewiesen ist, eine echte Rückmeldung zu bekommen, ob die Anzahl der Nutzer jetzt irgendwie ihren neuen, ihre neue Software bekommen hat oder ob es Probleme mit im Umgang mit der Software gibt. Das ist ja eine ganz wertvolle Information und nicht immer bekommt man die mit Ja oder Nein fragen. Also hast du alles verstanden, was ich, was wir in diesem Handout geschrieben haben oder in diesem Wiki Artikel? Und die Antwort ist ja, das ist nicht unbedingt hilfreich, wenn die Antwort eigentlich nicht ja ist. Also man möchte ja dann auch eine Rückmeldung haben. Also wie hilfreich war denn diese Information jetzt? Und da kann man natürlich verschiedene Werkzeuge anwenden. Also eine schlichte Zufriedenheit Befragung ist die eine Sache, aber man kann beispielsweise sagen, möchtet ihr vielleicht für die nächste Runde ein paar Verbesserungen einbringen oder welche Themen interessieren euch noch? Solche Dinge jetzt sind ja mehr offene Fragen, wo man dann einfach eben auch ins Reden kommt. Und das ist, denke ich, der der wichtige Teil, dass man versteht, was eigentlich das Verständnis auf der anderen Seite ist, also auf der eigenen und auch auf der anderen Seite. Wie können man, wie kann man Aktion und Reaktion irgendwie so ausbalancieren, dass man doch zu einem Ergebnis kommt? 
Ashley Steel: Und ich denke, das hat auch was mit Sprache und und und Kultur und Herkunft zu tun, weil in bestimmten Kulturen ist es ist es ist nicht gut, wenn man nein sagt. Nein, ich habe es nicht verstanden, dass das, dass die Leute das einfach nicht in Anführungsstrichen zugeben wollen. Aber genau dieses Tipp, was du gerade gegeben hast, im Sinne von offenen Fragen, um eine Unterhaltung daraus zu machen, um dann zu erfahren, wo, wo steht man dann, dann, dann wirklich? Das, finde ich, ist eine sehr, sehr, sehr nutzvollen Tipp, was du da gerade gesagt hast. Ja, wir sprachen auch ein bisschen das Thema online offline natürlich in der in momentane Situation mit Corona. Man trifft sich leider nicht beim Kaffee und wir haben uns auch nicht zum Kaffee treffen können. Leider. Das holen wir auf jeden Fall nach. Aber siehst du dann auch klar online so im Google meet usw die Technologie Technologien sind alle da. Aber siehst du dann auch weiterhin Herausforderung genau an diesem Punkt, wo man nicht dieses face-to-face Unterhaltung, dieses Treffen mit Leuten haben kann? 
Sandra Aengenheyster : Ja, ich denke die richtigen Herausforderungen werden sich noch zeigen. Also ich habe ja einige Transformations Projekte auch begleitet und ich denke es wird sich noch zeigen. Ob das ein Vort.., also ob es eher die Vorteile oder eher die Nachteile überwiegen des Treffens oder nicht treffen. Ich glaube, dass viele sehen, dass beispielsweise bei nutzlosen Meetings Zeit verschwendet wurde. Die finden jetzt gerade nicht statt. Das hat. Das hat. 
Ashley Steel: Bestimmte Punkte. 
Sandra Aengenheyster : Ja, das hat sicher einen Einfluss, auch auf die Art und Weise, zum Beispiel, wie Meetings funktionieren. Auf der anderen Seite gibt es dann noch diesen sozialen Aspekt, den ich gerade nannte. Auch ein nutzloses Meeting bedeutet, dass man vorher und nachher vielleicht ein paar Worte gewechselt hat. Das wird vielleicht dazu führen, dass man diese Dinge ein bisschen forcieren muss, also auch Zeit einräumen muss. Beispielsweise wenn jetzt. Es gibt auch einige Leute, die jetzt gerade ihren Job verloren haben, wenn die jetzt einen neuen Job anfangen und on-gefboarded werden und in ihrem Unternehmen niemanden kennen. Da muss man das vermutlich ein bisschen institutionalisieren, dass die sich überhaupt vernetzen können. Also das, denke ich, wird in der nächsten Zeit auch passieren. Wie sich das entwickelt, ob man sich die Zeit nehmen möchte oder ob man doch hofft, dass es eher zum persönlichen Treffen zurückgeht. Wage ich gar keine Prognose. Aber ich sehe auf jeden Fall auch ein paar Nachteile darin, dass man sich nicht mehr persönlich treffen kann. Ich denke, da wird sich die Spreu vom Weizen aber noch trennen. 
Ashley Steel: Ja, ich denke, dass die Situation, also wir lernen jetzt mit einer neuen Situation umzugehen. Und genau wie du sagst, es gibt Vor und Nachteile. Aber ich sehe auch so ein bisschen Momentum, dass dieses Thema Homeoffice oder Remote, aber das ist eher mehr selbstverständlich ist, gut forciert durch die Situation momentan. Aber dass vielleicht in der Vergangenheit, wo jemand gesagt hat, nee, derjenige muss im Büro sein, aber sonst denke ich nicht, dass er arbeitet, dass dieses dieses Wandel im Denken passiert. Momentan hast du dann auch so solche Erfahrungen, oder? Oder hast du das auch so gesehen? 
Sandra Aengenheyster : Ja, das habe ich schon gesehen. Ich überlege gerade. Es gibt natürlich auch Unternehmen, die jetzt sagen Wir machen bis Ende des Jahres überhaupt keine Treffen mehr. Aber was? Was? Ich? Also jetzt gerade bin ich eigentlich fast nur im Homeoffice. Ich habe seit Ende März niemanden mehr in einem Büro getroffen. Ich bin das aber auch gewohnt. Also die Kunden, mit denen ich zusammenarbeite zum Beispiel, die kenne ich meistens. Das wird noch mal interessant sein, was passiert, wenn ich ein Projekt bekomme, wo ich den Kunden nicht kenne. Da bin ich sehr, sehr gespannt. Aber ich glaube, dass es auch so drastische Änderungen manchmal bedarf, um irgendwie die alten Zöpfe abzuschneiden. Also ich habe beispielsweise in einem meiner letzten Projekte, da haben wir gemeinsam das Projektteam und ich gemeinsam beschlossen, das war ein vergleichsweise deutsches Unternehmen, also mit einem starken Fokus auf deutschsprachigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und die waren das zum Beispiel gewohnt, zu Ihrem Software Rollout immer ein echtes Handout, also eine richtige Broschüre zu bekommen. Und wir haben gesagt, das wird jetzt hier diesmal nicht passieren, wir machen das alles online. Also es gibt ein Wiki, in dem es gab, gab so ein Social Collaboration Network, eine Art Intranet sozusagen mit einer Interaktionsmöglichkeiten und wir haben gesagt, wer sich das ausdrucken möchte, der kann das gerne tun, aber wir werden das nur noch online zur Verfügung stellen. Und erwartet war, dass es ein riesen Aufschrei des Entsetzens gibt. Das war aber nicht so vollkommen überraschend. Gab es gar keine Reaktion? Also ich glaube, wir sind genau zweimal gefragt worden, ob man sich das denn auch ausdrucken könnte. Dann habe ich mit der neuen Powerpoint Version ein kleines Video gedreht How to Print, also wie ich diese Anleitung ausdrucke. Und dann war die Frage erledigt. 
Ashley Steel: Und vorher hat man sich wahrscheinlich so viele Gedanken gemacht. Wie wird es dann ankommen? Wird es einen Aufschrei geben? 
Sandra Aengenheyster : Und das ist doch nicht so? Ja, das ist auch richtig viel Arbeit, denn man muss es layouten. Und so weiter. Und wenn man es aktualisieren will, dann muss man schauen, dass es immer die letzte Version ist und dann sagt jemand Ja, aber das steht hier gar nicht. Und dann schaut man drauf die Versionsnummer, das ist von vor zwei Jahren, das geht auch so nicht mehr. Und so weiter. Das war aber einfach mal Wir haben da einfach eine relativ drastische Entscheidung getroffen und es war eine gute Entscheidung. Das hätte vielleicht auch anders ausgehen können, aber deswegen bin ich gespannt. Aber ich glaube, dass einiges Positive auch für die Arbeitswelt, also zumindest den Teil, der digital abbildbar ist, geben wird. 
Ashley Steel: Ja, denke ich auch. Ja, wir haben über verschiedenen Themen gesprochen. Dieses Thema umsetzen, Bilder, Sprache, online, offline Kultur. Da war eine Menge Menge interessante Punkte, die du da angesprochen hast. Gibt es einen Tipp, was du uns mal auf den Weg geben möchtest? Zum Schluss, wenn du sagst, denk an eine Sache wäre, hättest du da so einen Tipp für uns? 
Sandra Aengenheyster : Ja, ich habe einen Tipp. Und zwar ich habe. Ich überlege immer, wenn jemand sagt Hör mal, ich weiß gar nicht, wie ich das sagen soll. Da habe ich ich muss sagen, ich weiß nicht mal, ob ich jemand Fremdes zitiere. Aber der Spruch ist Wenn es richtig kompliziert ist, dann nimm dir die Zeit und mach es einfach. 
Ashley Steel: Hm. 
Sandra Aengenheyster : Also im Sinne von Kommunikation über IT. Es ist kompliziert, es ist nicht verständlich. Es ist ein Spezialwissen, das man nicht einfach so verstehen kann. Und wenn man aber komplexe Sachverhalte darstellen möchte, dann muss man sich die Zeit nehmen und es einfach machen. Also es so erklären, dass es auch der eigene Vater oder die Oma versteht. Also so ein bisschen wie die Sendung mit der Maus, aber bitte auch auf Augenhöhe und am besten mit echten, ja, mit echten Anwendungsfällen, die einen Mehrwert zum Beispiel erklären. So ähnlich wie Ich weiß nicht, ob du die kennst. Es gibt ja diese Dame, die gerade mit ihm in ihrem Thema Wissenschaftskommunikation einige Preise gewonnen hat, die das auch eigentlich genau so macht. Ich muss, ich sag jetzt den Namen nicht, ich weiß nämlich leider nicht immer die ausspricht. Ach, aber die macht das richtig gut, die komplexe Sachverhalte einfach darzustellen und und sich in die Diskussion begeben hat. 
Ashley Steel: Und auf Augenhöhe. Ich denke, das ist auch ein sehr, sehr wichtiger Punkt, was du da nicht so nach dem Motto Du bist blöd und ich muss dir das so einfach erzählen, sondern die das einfach erzählen das es verstanden. Ich finde, dass es aus aus Schluss Tipp muss ich sagen. Das finde ich wirklich wirklich toll. Sandra Ich bedanke mich recht herzlich bei der Das war ein sehr, sehr schönes Gespräch und ich freue sehr freue mich, dass wir irgendwann mal einen Kaffee nicht nur virtuell im Kaffee, dass wir mal einen Kaffee zusammen trinken können. Vielen, vielen herzlichen Dank für deine Zeit. 
Sandra Aengenheyster : Ja, vielen Dank. Mir hat es auch sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich auf unseren Kaffee. 
Ashley Steel: Bis dahin. Danke. Okay, bis dann. 
Sandra Aengenheyster : Ciao. 
Ashley Steel: Talkshow Campus Podcast Der Podcast für Software IT Professionals Im Tax of Campus Podcast beschäftigen wir uns mit einem breiten Themenspektrum um euch. Zu helfen. Praxis Fragen zu Technologie, aber genauso Fragen zur Umsetzung, Prozessen oder Projektorganisation. Danke, dass er dabei ward. Euer Talkshow Campus Podcast Theme.
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